Mittwoch, November 16, 2005

Was klopft denn da?

Endlich war es wieder soweit. Heute gegen 6 Uhr in der Früh wurde ich von meinem netten Nachbarn geweckt. „Wir beide haben ja lange nichts mehr voneinander gehört! Gut das du dich mal wieder meldest! Es gibt dich also doch noch! Geht es dir auch gut?“, ging es mir durch den Kopf. Lüge! Ich war so voller Wut, dass meine Nacht abrupt endete und ich aus meinem wunderbaren Traum in die Banalität der Realität zurückgeworfen wurde.

Erst einmal die Treppe hoch und klingeln! Mal schauen was er heute hat! „Guten Tag, ich wohne unter ihnen und sie haben nach mir geklopft? Kann ich ihnen zur Hand gehen, oder warum haben sie nach mir gerufen? Alles in Ordnung oder wollen sie einen Tee“, so überrumpelt man die Bösen. Ganz so war es nun nicht, da ich sehr sehr sehr sehr sehr sehr ärgerlich werden kann und dieses dann auch kunt tue. Vielleicht war ich etwas unhöflich, aber ist das zu verdenken? Morgens um 6 durch unrhythmisches Trampeln und Klopfen geweckt zu werden, das ist nicht schön.

Der Vorwurf des nach unten starrenden Männchens mir gegenüber war ein Schlag in meine Magengrube, ohne diese vorher mit schlechtem Kaffee gefüllt zu haben. Ich solle ihn, meinen Nachbarn von oben, um 5 Uhr am Morgen auf seinem Telefon angerufen haben! Nur so, um ihn wach zumachen und zu ärgern! „Klar! Genauso war es! Mist, hast mich erwischt du kleiner Schlingel!“, das konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Ich habe natürlich nichts besseres vor, als meinen Schlaf zu unterbrechen und diesen unwichtigen Menschen anzurufen. Gibt es etwas spannenderes?

Ich habe einen Brief verfasst und bin auf seine Antwort gespannt!

Sehr geehrter Herr Nachbar,

da eine mündliche Aussprache, wie mir der heutige Morgen vor Ihrer Wohnungstür gezeigt hat, mit Ihnen nicht möglich ist, verfasse ich diesen Brief.

Ich finde es eine Frechheit, dass Sie mich durch lautet Klopfen und Trampeln belästigen. Nicht nur das dies häufiger in den Abendstunden vorkommt; nein, Sie lassen nicht davon ab und rauben mir den Schlaf, wie heute Morgen erfolgt. Wir beide brau-chen unseren Schlaf! Warum trampeln und klopfen Sie daher um 6 Uhr morgens in Ihrer Wohnung herum? Nur um mich zu wecken und zu stören? Ich weise Sie hiermit darauf hin, dass in der Zeit bis 7 Uhr morgens gemäß Hausordnung auf die Nachtruhe der Hausbewohner besonders Rücksicht genommen werden muss.

Des weiteren haben Sie mir vorgeworfen, ich würde Sie mitten in der Nacht anrufen, um Sie zu ärgern. Wie Sie auf diese Idee kommen, ist für mich ein Rätsel. Warum sollte ich Sie in der Nacht anrufen? Ich habe zu der Zeit weit besseres zu tun, beispielsweise schlafen, sofern Sie mich nicht bei dieser Tätigkeit stören.

Die anderen Vorwürfe, die Sie mir heute gemacht haben (wie z.B. das Sie abends nicht Fernsehen können) habe ich nicht verstanden und kann ich auch nicht nachvollziehen. Warum sollte ich Sie in Ihrem Dasein belästigen wollen? Ich würde keine Minute meiner kostbaren Zeit dafür verschwenden! Sie haben da offensichtlich andere Prioritäten gesetzt und stören mich in meinem verdienten Feierabend. ...

... Wenn Sie jedoch die Schreibgeräusche, die bei Benutzung der Tastatur des Computers entstehen, stören, dann kann ich nichts dagegen unternehmen. Im Allgemeinen gilt: Wenn man wohnt/lebt, dann macht dies auch Geräusche! Ich denke, dass ich kein Horrormieter bin. Bis zum heutigen Tage habe ich mich mit allen meinen Nachbarn, egal wo ich gewohnt habe, gut verstanden. Sie sind da die erste Ausnahme, was mir - und hoffentlich Ihnen ebenso - zu denken gibt!

Wenn Ihnen was nicht passt, dann kommen Sie vorbei und reden mit mir! Das habe ich Ihnen schon einmal gesagt und wiederhole es hier nochmals. Der Mensch ist durch seine Kommunikationsfähigkeit dem Tier überlegen. Diese Fähigkeit sollten wir nutzen!

Ich bitte Sie mit allem Nachdruck die Belästigungen gegenüber meiner Person einzu-stellen. Wie bereits erwähnt, ist meine Zeit zu kostbar! Ich möchte nicht am Morgen oder Abend bei Ihnen vor der Tür stehen müssen und Sie ermahnen. Ich möchte auch nicht, dass ich gezwungen bin weitere Schritte gegen Sie einzuleiten. Ich will einfach nur meine Ruhe vor Ihnen.

Ich warte auf eine mündliche (Sie wissen ja wo ich wohne) oder schriftliche Antwort von Ihnen.

Hoffentlich kann er lesen und schreiben. Sollte das Letztere nicht der Fall sein, kann er mündlich Stellung nehmen! Wenn das alles nichts nützt, dann bekomme ich bestimmt hier musikalische Unterstützung gegen nervendes Volk! Ich zähle jedenfalls drauf!

6 Comments:

At 2:32 nachm., Blogger lame said...

musik? ich? vielleicht sollte ich die liste noch um
(4) kopfhörer mit abgebrochenem klinkenstecker. natürlich im eingang
(5) 1 funktionierendes system. akuter rundschliff, da seit 1998 im betrieb.
und
(6) so musikalisch wie eine trompete mit stockschnupfen.
ergänzen.

aber ich kann vorbeikommen, alle deine bierflaschen leertrinken und deinem nachbarn dann mal zeigen, was 'ne lärmharke ist und wieviel zacken die haben kann.

 
At 3:02 nachm., Blogger world´s end said...

wenn es nötig wird, dann lade ich dich ein! dazu noch die jungs von "neutral deluxe", zwei kästen bier und irgendwas aggressives! musik nehmen wir aus deinem breiten fundus! boxen sind vorhanden!

 
At 3:58 nachm., Blogger lame said...

oh ja. mit c. war ich lange keinen trinken. bestimmt 2 wochen nicht. aber das kann man ja eigentlich jeden tag bei seinem unterhaltungspotential.

 
At 4:42 nachm., Blogger world´s end said...

richtig! und gepaart mit dem l., dann kann der abend nur gut werden! aber das sind ja beide nur quartalstrinker! im gegensatz zu ...!!! herrliches foto, oder? so bekommen wir sie alle und sie uns! ja ja...

 
At 11:40 vorm., Blogger lame said...

und? hat er vor die tür geschissen?

 
At 3:15 nachm., Blogger world´s end said...

hat er nicht! er kam noch später als ich heim und hat am anfang noch trahrah (schreibt man das so?) gemacht. dann hatte er wohl meinen brief gelesen und ist entweder tod umgefallen oder eingeschüchtert! ich hoffe so auf seine antwort! wenn er mir sie nicht freiwillig gibt, dann gehe ich mal nachfragen!
du müsstest den mal sehen! ein echter freak, noch mehr als du lame!

 

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