Sonntag, November 06, 2005

Take your Time

Wenn es draußen anfängt zeitig dunkel zu werden, dann werde ich träge wie ein Hängebauchschwein. Zum Glück besitze ich noch keinen Bauch, aber von der trägen Seite her, da könnte das Schwein ein naher Verwandter sein. Aufstehen? Warum diese Mühe, ist doch sowieso zu zeitig dafür! Herbstputz? Warum, der Frühling kommt jedes Jahr und klopft mit Wischlappen und Putzeimer an die Tür.

Das morgentliche Aufstehen funktioniert nicht mehr. Meine Augen wollen mit Sonnenstrahlen aufwachen, nicht mit dem Charme von künstlichem Licht. Meine Kernarbeitszeit beginnt somit im Winter eindeutig, das kann man nicht häufig genug sagen, zu früh. Der Wecker klingelt meist gegen sechs Uhr. Die ersten Konturen lassen sich aber erst ab acht Uhr erkennen. Also wird er alle halbe Stunde weitergestellt, oder gleich ausgeschaltet. Kurz nach acht reicht dann das Licht aus um durch die eigene Wohnung zu manövrieren. Also raus aus den Federn. Leider beginnt in weniger als einer Stunde die Kernzeit. Mir egal! Zum Glück mag ich das Arbeiten in die nächtlichen Stunden. Fühlt sich einfach besser an!

Einkaufen ist im Winter auch eine Qual. Nicht, dass der Schrank nicht voller Wintersachen wäre, nein, man muss immer wieder neue Sachen kaufen. Und mit der Fülle des Stoffes nimmt auch der Preis zu. Verständlich, ist ja auch mehr dran. Aber da geht, egal ob Winter oder Sommer, das Entscheidungsproblem beim Aussuchen los. Was soll es dieses Jahr sein? Die Schuhe aus dem letzten Winter machen es auch nicht mehr! Nach vielen Shopping-Tagen und noch mehr verlorenen Euros ist das Sortiment dann doch komplett.

Toll an dieser Jahreszeit sind auch die passenden Festtage. Genug Geld für das eigene Wohlbefinden investiert? Nein, da fehlen doch noch die Weihnachtsgeschenke. Jedes Jahr nimmt man sich vor, zeitiger darüber nachzudenken. Jedes Jahr scheitert man daran und stellt kurz vor den himmlischen Tagen fest, dass da noch was war. Natürlich, was kaufe ich blos dem A, B, C, den ganzen D's und nicht zu vergessenden den E's. Also geht es wieder los in die Schlacht der Supermärkte, Kaufhäuser und Einkausstraßen. Zwischen Schnäppchenjagern, unglücklichen Kindern und verzweifelnden Vätern sowie auch Müttern muss man die Ruhe bewahren und selbst etwas passendes finden. Gar nicht so leicht, da man ja die guten Ideen in den letzten Jahren schon verschenkt hat. Aber es wird sich was finden!

Im Winter hat trotzdem seine anziehende Seiten! Toll, wenn man in den Bergen lebt und den Schnee genießen kann. Schnee finde ich gut, da schaut das Grau so unschuldig beruhigend weiß aus. Der Schmutz auf den Straßen ist von einem alles erhellendem Schutzfilm überzogen. Schön ist es! Leider geschieht dieses winterliche Wunder hier oben im Norden von Deutschland zu selten. Der Schnee kommt als Regen oder Matsch vom Himmel und taucht die Welt in ein noch tristeres Grau. Die Nase tropft, aber über die Erkältungserscheinungen möchte ich hier nicht reden! Hoffentlich fällt der Segen dieses Jahr vom Himmel.

Die dunkle Jahreszeit ist aber trotzdem schön. Wenn es kalt genug ist, dann liebe ich es durch die kalte Nacht zu laufen und erfreue mich an meinen schwebenden Atem. Komme nach Hause und kann mir einen Tee kochen, was ich an warmen Tagen nicht mache. Dann gibt es Weihnachtsmärkte und mit Freunden dort Glühwein zu schlürfen, traumhaft. Wenn der Schnee gefallen ist, dann verschwindet alles dreckige von den Straßen. Die Formen werden klar und rein. Man freut sich ins eigene Heim zu kommen und die Wärme von vier Wänden um sich zu haben, das ist was ganz besonderes. Zeit für die Familie gibt es häufig nur zur Weihnacht. Drei ganze Tage im trautem Heim, mit den liebsten Menschen um sich. Dazu die alten guten Freunde treffen und eine tolle Zeit haben. Was für ein Luxus. Zwischen den Tagen kann man sich vom angenehmen Weihnachtsstress (Eustress) entspannen und die Saunen der Umgebung erkunden. Saunieren macht doch nur im Winter so richtig Spass. Die nötige Abkühlung gibt es umsonst dazu.

Gemischte Jahreszeit, ihr wisst schon!