Donnerstag, Oktober 20, 2005

Homo sexicus

Am Spiegel Nr. 41 2005 zerschellen sich alle Vorstellung über den Sinn meines Liebeslebens. Da titelt Frau von Bredow groß und breit "Wozu Sex?" und ich grübel nun auch noch darüber nach. Sex sei kompliziert (Wem erzählt sie das? Uns Männern?), strapaziös (Der Meinung schließe ich mich nicht an, da es doch die schönste Art von Sport ist.) und unökonomisch. Ausgehend von der ungeschlechtlichen Fortplanzung zieht sie über uns Männer (egal welcher Art und Abstammung) her. Wie gewaltvoll doch Sex in der Natur eigentlich ist: Den Bienen sprengt es den ganzen Unterleib beim Koitus ab. Kommt der Drohn nicht zum Schuß, dann fällt er auf der Stelle tot um. Das Gefühl kommt mir doch sehr bekannt vor. Die Gewalt des Aktes scheint sich allein auf uns Männer als Opfer zu projizieren, na toll!

Dann gibt es so genannte Bananenschecken, bei denen die Weibchen den Männchen so mir nix dir nix beim blasen den Penis abbeißen. Tolle aufbauende Vorstellung. An deren Stelle würde ich aus Erfahrung keine orale Befriedigung mehr zulassen. Dann doch lieber nach Porn bei Google suchen.

Ganz besonders bedrohlich finde ich den Akt der Anglerfische. Der Mann schwimmt entspannt, auf der Suche nach einer sexy Braut, durch die Tiefsee. Wenn er sie gefunden hat, dann geht es richtig ab. Inniglich wird sich an die Dame geheftet und dann verschmelzen die beiden (im warsten Sinne des Wortes) mit einander und verbinden sogar ihre Blutkreisläufe. Un jetzt kommts! Die Frau ernährt den Mann (Das hört sich doch garnicht so schlecht an, denkt ihr bestimmt aber wartet ab.) der ausschließlich nur noch befruchten darf (Auch noch toll!). Die Beiden bleiben ihr ganzes Leben lang zusammen und der Mann trennt sich nicht mehr von der Dame. Kann er auch nicht, da sein gesamter Körper sich bis auf die Hoden zurückentwickelt. Das ist doch was! Nicht mehr denken, nicht mehr mit dem lästigen Essen aufhalten, sondern einfach von morgens bis abends befruchten! Blöd ist nur die Tatsache, dass man von alle dem nichts mehr mitbekommt.

Aber es kommt alles noch besser. Frau von Bredow erläutert die Vor- und Nachteile der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung. Sex hält gesund, das Erbgut wird ordentlich durchgeschüttelt und mit Sex lässt sich der bestmögliche Nachwuchs zeugen. Was soll das jetzt? Nichts vom Spass, den Mann und Frau dabei empfinden? Nichts vom kribbeln im Bauch und der guten Zigarette danach? Da fragt man sich, ob sich die gute Frau von Bredow sich nicht mal an die eigene Nase gefasst hat? Vielleicht läuft bei den von Bredows im trauten Heim auch nichts! Wer weiß!

Weiter geht es mit den Negativitäten unserer Fortpflanzung. Sex verwässert die eigenen Gene, da der eigene Nachwuchs die Hälfte von uns (diesem tollen Wesen) mitbekommt. Für die Autorin scheinen die männlichen Gene einen negativen Touch zu haben. Weiter ist Sex für sie ein Überlebensrisiko und last but not least ist Sex zu teuer. Unter bestimmten Umständen kann Sex in meinen Augen auch sehr teuer werden. Dies passiert aber nur, wenn Mann zu häufig ins Bordell geht oder einfach keine Chancen bei den Damen hat und immense Summen für gesponsorte Getränke aller Fasson ausgibt, ohne die Frucht zu ernten. Für Frau von Bredow ist jedoch der volkswirtschaftliche Aspekt weit aus wichtiger, daher auch ihre These des unökonomischen Sex am Anfang. Die Erfindung des Penisträgers kostet der Volkwirtschaft einfach nur Geld und nützt nichts, da die Damen es unter sich auch ohne uns hinbekommen könnten, das mit dem Fortpflanzen.

Nach diesen vielen Schlägen unter die Gürtellinie von uns Männern (Da kann Mann ja nur unfruchtbar werden!) lassen sich aber auch Problemlösungen der besonderen Art erkennen. In den Augen der weiblichen Bevolkerungsschicht sind wir es ja, die Männer, die zur Polygamie neigen. Phaa, falsch gedacht. Es liegt in der Natur der Frau soviele Männer wie möglich zu bekommen. Gene-Shopping wird dies von Wissenschaftlern genannt und es gibt ausreichend Beispiele in Brehms Tierleben. Hindublatthühnchen halten sich einen Männer-Harem und die ziehen auch noch die kleinen Nachkommen auf (Was für Weicheier sind das denn?). Genau diese Vielmännerei der Frauen führt letztendlich zum Wettrüsten der Männer um die Gunst der Frauen. Hauptsache eine abbekommen, egal was es kostet! Da werden sich riesige Kronen aufgesetzt, besonders bunt angezogen und ein schickes Liedchen getrellert. Mich erinnert diese Aufzählung an die Metrosexuellen, die leider keine kurze Modeerscheinung waren. Passende Literatur findet man hier.

Das wichtigste Kriegsgerät ist dabei der Penis (Jäähhhhh, wem soll ich ihn zeigen?). Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Meeresschnecken sind kommen daher als könnten alleine fummeln verbringen ihr Dasein als Zwitter! Wer hätte nicht in einsamer Nacht gern eine Brust zum spielen, die auch immer will, wenn du Lust hast? In der Paarungszeit kämpfen die Zwitterwesen gegeneinander und wer als erster zum Stich kommt, der übernimmt die penislastige Rolle (Eben wir im richtigen Leben! Wer zuerst sticht, kommt zuerst!). Pech nur für die mit den kurzen ..., aber das ist vielleicht ein anderes Thema!