Mittwoch, September 28, 2005

Dick, dumm, krank und traurig


Endlich weiß es die ganze Welt, naja zumindestens Deutschland. Das KFN hat in einer neuen Studie, die man hier lesen kann, belegt, dass zuviel Fernsehen und daddeln dick, dumm, krank und traurig machen. Irgendwoher musste es ja kommen und nun haben wir die Lösung für die adipöse Gestalt unserer Gesellschaft, das Abschneiden bei der Pisa-Studie und nicht zuletzt den tollen Umgang der Kinder und jungen Erwachsenen untereinander und auch gegenüber Erwachsenen. Kommt es mir nur so vor, oder habe ich mich als junger Erwachsener auch so daneben benommen. Ja, ohne Zweifel habe ich mich daneben benommen, blamiert und auch groß gefühlt, aber auch in der gleichen Art und Weise? Schön, dass man jetzt von 13 Jährigen abgezogen und bedroht wird! Ein tolles Gefühl, voller Sicherheit! Aber wir sind Deutschland, alle samt! Denke an die Stärken in dir ...! BlaBla BlaBla! "Gib mir dein Handy du Scheißer, das kann ich und ich, JA ich bin Deutschland und du ein Scheiss! Wenn du nicht gibst Alter, dann hole ich Bruder!" Solche niveauvollen Gespräche übersehen das ganze Land! Schön haben wir es!

Fear and Loathing in Germany

4 Comments:

At 12:10 nachm., Anonymous Joachim said...

Ey, voll krasse Studie! Aber zur Ergänzung: Ich glaube, die Studie fängt am falschen Ende an: Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern viel alleine gelassen werden, denen von klein auf große Freiräume zugestanden und eine Entscheidungsfähigkeit wie von einem Erwachsenen zugetraut werden, diese Kinder verbringen auch mehr Zeit vor dem Computer oder Fernseher.

Es ist also ein Erziehungsproblem, genau wie der voll krasse Umgang mit Erwachsenen: Das Fernsehen vermittelt nicht unbedingt schlechte Manieren, aber wenn die Eltern es nicht schaffen, Höflichkeit als sinnvolle Tugend zu vermitteln, dann werden es nur wenige Kinder von sich aus annehmen.

Meine Behauptung für die Bildungs- und Verhaltensmisere: Es liegt an den Erziehungsmethoden und -idealen der 68er-Eltern und der Zerstörung der klassischen Familie.

Die Lösungsansätze: Abkehr von der reinen Spaßpädagogik und Förderung von Ganztagsschulen, bzw. der Möglichkeit für ein Elternteil bei den Kindern zu bleiben.

Dann schadet auch Fernsehen und Computer nichts.

 
At 10:59 vorm., Blogger world´s end said...

guter, sehr guter ansatz joachim (ganztagsschulen, etc.). nur sehe ich das problem, dass die verwahrlosung der jugend schon viel zu weit vorangeschritten ist. um das bestehende problem der zunehmenden gewalt aufzuhalten, bedarf es drastischer maßnahmen. welche das sind, kann ich als nichtpädagoge nicht sagen. aber es muss doch ansätze geben, um diesen kreislauf aufzuhalten. und hier denke ich als laie sind ganztagsschulen, zur beschäftigung der kids, ein nützlicher ansatz. jedoch müssen darüber hinaus die kinder und jugendlichen gefördert werden, damit ihre energien in die richtigen kanäle gelengt werden. dies ist die aufgabe der eltern. kinder sollten mit ihren eltern zusammen die grenzen ihrer selbst kennenlernen und nicht, wie es heute üblich ist, keinen bezugsrahmen haben. wieso nimmt den die zahl der "krassen" gewaltverbrechen unter jugendlichen so zu?

wenn ich mich draußen umschau, dann habe ich bedenken um meine zukunft?

 
At 3:37 nachm., Anonymous joachim said...

So, etwas später - ich war verreist - noch mal eine Antwort und die fällt ganz kurz aus: Ich stimme uneingeschränkt zu!

 
At 4:05 nachm., Blogger world´s end said...

Da waren wir doch beide verreist! noch ein vorschlag: wir sollten eine gruppe der kinderlosen väter gründen und lobbyismus betreiben. wer macht mit?

 

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