Sonntag, September 11, 2005

Der Mann mit dem Bohrhammer oder wie man Nachbarschaftsliebe zelebriert!

"Sie hört Musik nur wenn sie laut ist ...", das würde auch auf mich, wenn ich denn eine sie wäre, zutreffen. Da ich (glücklicherweise) das bin was ich bin, ein Mann, hört er Musik nur wenn sie laut ist. Ich kann mir vorstellen, dass die Nachbarschaft nicht begeistert ist, aber ich akzeptiere ja auch deren Eskapaden. Da wohnst beispielweise eine gutaussehende Dame unter mir, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den lautesten Sex der Stadt zu erproben (Er hört Musik nur wenn Sie laut ist...). Nicht nur das sie so laut stöhnt um mich aus dem Schlaf (und ich schlafe wirklich tief) zu reißen, nein sie spornt die Herren, die auf, unter oder neben ihr liegen, zu gleichem an. Zu meinem Glück sind nicht alle so ausdauernd und dann hat das alles schnell wieder ein Ende und ich kann nach der Animation wieder gut schlafen. Ich beschwere mich darüber nicht, auch wenn es öfters um 2 oder 3 Uhr in der Nacht dazu kommt. Sie erträgt dafür meine Leidenschaft zur Musik! Dann gibt es, wie die Nachbarin neben mir, Menschen, die wohnen eigentlich nicht in diesem Haus. Ich habe sie, obwohl ich seit fast 1,5 Jahren da wohne, nur 3 mal gesehen. Sie scheint ein Schatten zu sein oder arbeitet zu ungewöhnlichen Zeiten. Aber ich lebe doch auch zu ungewöhnlichen Zeiten. Jedenfalls sind mir das die liebsten Nachbarn, die eigentlich nicht existieren. Zu guter Letzt der Horror meines Mietlebens. Über mir, stellt eine schlechte strategische Ausgangssituation dar, wohnt der man der die Puppen tanzen lässt. Im musikalischen Sinne mache ich dies, aber er scheint dazu das Tanzbein zu schwingen. Jedenfalls dachte ich dies am Anfang. Als ich eines Tages die Musikrichtung und -geschwindigkeit häufig wechselte kam die Einsicht. Er ist nicht von deiner Musik begegeistert und tanzt, sondern das ist seine Art der Beschwerde. Ich machte die Musik natürlich leiser, aber das Klopfen blieb. Da es sich um einen gewöhnlichen Nachmittag eines Samstags handelte, wollte ich meine Neugier nicht zügeln und statte ihm einen Besuch ab. Klingel gedrückt, dann schleichen hinter der Tür wahrgenommen und weiter NICHTS. Was macht man in einer solchen Situation? Nachgeben und gehen kommt nicht in Frage, da es mit einer verlorenen Schlacht gleichzusetzen ist. Also nochmal klingeln und rufen "Hallo, ich weiß das sie da sind!". Die Bewegungen hinter der Tür wurden panischer und ich zog meine letzte Waffe und klopfe an die Tür. Sofort sprang diese auf und ein Mann öfnete. Ich fragte warum er denn so einen wilden Tanz hier oben aufführt? Keine Antwort! Gefällt ihnen meine Musik nicht oder ist sie ihnen einfach zu laut? Das war der auslösende Part und er "mmhhh ... ggrrrlll, .... immer bumm bumm!!!". WAS? Ich habe keine Wort verstanden nur "machen immer bumm bumm". Jetzt lockst du ihn aus der Reserve! "Ach ihnen ist die Musik zu laut und ich habe immer gedacht die gefällt ihnen und sie tanzen nur. Wollte für sie schon eine CD zusammenstellen mit "The best of Musik-zwischen-den-Stockwercken". Aber warum sind sie denn nicht zu mir gekommen und haben das gesagt?" Immer noch keine Antwort. Ich entschloss mich nicht mehr so doof da rum zu stehen und sagte ihn, wenn die Musik nochmals zu laut sein sollte, dann kommen sie runter und sagen es mir! Habe ich ihn so eingeschüchtert, weil ich so voller Unmut vor seiner Tür stand, oder weil ich so hartnäckig geklopf habe?
Seit diesem Tag habe ich "Ruhe". Der Typ mag entweder meine Musik nicht mehr oder sie ist ihm nicht mehr zu laut. Aber er grüsst auch noch freundlich!