Freitag, September 09, 2005

coffee bean blues

Essen besitzt eine physiologische und auch psychologische Notwendigkeit, man sollte es allerdings nicht übertreiben! Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Persönlich liebe ich die Zeit des lunch und ziehe aus diesem Grund fast täglich zur Nahrungsaufnahme, gegen 12 Uhr. Zwar hätte ich auch die Alternative "Kantine", vermeide ich aber aus verständlichem Grund! Hier zählt eher die Quantität des Essen anstatt der Qualität. Menschen, die täglich im Büro arbeiten und sitzen, benötigen natürlich mindestens 3.000 kcal und zwar allein zum Mittag. Das Essen sollte so schwer im Magen liegen, dass man während der nächsten Stunden ja nicht mehr aus seinem Stuhl aufstehen kann. Die Arbeitsproduktivität wird somit maximiert. Die Zeit, die der Angestellte sonst mit dem Spaziergang auf dem Flur verbringt, verfällt. Alles im "Grünen Bereich"!
Jedenfall war ich heute mit einer Kollegin zum Mittag. Das Wetter passte sich kurz vor Beginn der Nahrungsaufnahme an ursprüngliche Kieler Verhältnisse an. Es regnete, wofür Kiel bekannt ist, wie London für den Nebel. Gefühlt ist Kiel die Stadt Deutschlands mit den höchsten Niederschlagsmengen. Stimmt zwar nicht, da München & Co. höhere Werte haben, da kommt das Zeug aber als Schnee runter! Was eindeutig besser ist. Aus nassem Grund kehrten wir in ein kleines Café im Fast-Zentrum ein. Nicht böses ahnend ließen wir uns da nieder, wo Kaffee getrunken wird. Hier singt man zum Glück keine Lieder. Komisch kam mir die Situation schon vor. Erstens es war kurz vor 1 Uhr und das Kaffee war brechend voll und zweitens ein volles Kaffee in Kiel und das nicht in der Nähe der Uni? Anscheinend bin ich erst nach meinem (wirklich ausgezeichneten) Expresso darauf gekommen! Dieses "gemischte Publikum" (Zitat Dorie) kannte sich untereinander, wie Mitglieder einer Bärenfamilie. Küsschen hier und Schmuse dort, hätte mich nicht gewundert, wenn zwei schnell in den Nebenraum verschwunden wären und zur Begrüßung ertsmal ... naja ihr wisst schon. Aus allen Ecken (unvorstellbar) kamen sie und knutschen, küssten, befummelten, bestellten und tranken sie um die Wette. Nur wir beide, die Schutzsuchenden vor dem Regen, tranken unseren Kaffee und tauschten unrelevante normale Textzeilen aus. Wieder ein Kuss hier und dort und "Wo kommst du den eigentlich her?". "Ich komme von oben" was eine tolle Ortbeschreibung darstellt "und bin nass bis auf die Haut. Wenn du auch raus willst, dann wirst du auch nass". Oh man, da regnet es in strömen und diese allwissende Frau hat eine Eingebung. Wenn man rausgeht, dann wird man bestimmt nass! Unglaublich welche Kombinationsgabe.
Einige Zeit später, es regnete immer noch, schwebte eine junge Dame, die vorher hier und da geküsst hat, an unserem Tisch Richtung Tresen vorbei. Ein klatschen hinter mir und der wirre Blick meines gegenübers kündigt nichts Gutes an. Die kleine ist auf ihren Popo gefallen, och wie niedlich. Ist eigentlich eine traurige Situation und, hätte sie diese nicht kommentiert, belanglos. "Ich bin da wohl ausgerutsch"!! Ach nee, das hätte jetzt niemand gedacht. Ist die kleine doch ausgerutscht!
Glücklicherweise hörte der Regen nicht auf und wir mussten durch ihn zurück zum Ort des Schaffens. Regen hat doch eine so reinigende Wirkung.